Pyrotechnik

Der Begriff „Pyrotechnik“ existiert schon sehr lange.
Dabei hat sich jedoch der Begriffsinhalt im Laufe der Jahrhunderte verändert. Ursprünglich setzt es sich aus den zwei griechischen Worten „pyr“ = Feuer, sowie „téchne“ = Kunst zusammen.

In der wörtlichen Übersetzung bedeutet „Pyrotechnik“ die Kunst, Feuer zu erzeugen und zu beherrschen.

Feuer-Post

Der Umgang mit Feuer und Rauch zur Signalgebung ist schon um 1.200 v. Chr. erwähnt. Um 500 v. Chr. wird schon über eine Feuerpost berichtet, mit der eine Entfernung von über 530 Km überbrückt wurde.
Durch die spätere Entdeckung von Explosivstoffen konnten dann leistungsfähigere und vor allem schnellere Signalmittel hergestellt werden. So sollen schon um 800 n. Chr. in Byzanz, dem heutigen Istanbul, Raketen hergestellt worden sein. Sie wurden mit Brandmassen zum Anzünden belagerter Städte, aber auch als Kampf- und Signalmittel eingesetzt.

Schießpulver

Im 11. Jahrhundert gab es einen Vorläufer des Schießpulvers, das sogenannte „Chinesische Feuer“. Aber auch in Europa gab einen Vorläufer, das „Griechische Feuer“ – ein Gemisch aus Salpeter, Ölen und Schwefel -, das für kriegerische Zwecke verwendet wurde und auch explosionsartige Effekte erzeugen konnte.

Dann, um 1249, hat der Engländer Roger Bacon als erster das Rezept für Schießpulver niedergeschrieben und dessen Verwendung für Knallkörper erwähnt. Er kannte die zerstörende, aber noch nicht die treibende Kraft.
In Geschützen kam es erst im 14. Jahrhundert zum Einsatz. Das Schießpulver wurde jedoch hauptsächlich militärisch eingesetzt.

Eine der ältesten Darstellungen von Feuerwaffen stammt aus einer Handschrift aus dem Jahr 1472. Aber auch schon im „Fürwercksbuch“ eines unbekannten Verfassers aus dem Jahre 1420, ist beschrieben, daß Feuerwerker für zivile und militärische Zwecke beschäftigt wurden.

Lustfeuerwerke

„Lustfeuerwerke“ waren damals Aufgabe des „Büchsenmeisters“.
Berichte über solche „Lustfeuerwerke“ stammen aus den Jahren 1475, 1506 zu Konstanz und 1519 zu Augsburg.
„Lustfeuerwerke“ entwickelten sich bis zur Aufführung von Feuerwerksschauspielen mit mehrstündigen Feuerwerken, bei denen „Feuerwerksschlosser“ als Kulisse zur Nachgestaltung von kriegerischen Schlachten dienten.

Um diese Zeit ist die Entstehung der Lustfeuerwerkerei, die als Barockfeuerwerk vom 16. bis zum 18. Jahrhundert ihre Blütezeit hatte, zu sehen. Der Schwerpunkt bei solchen Feuerwerken lag nicht so sehr auf dem Feuerwerk selber als vielmehr auf den Aufbauten, an denen die Feuerwerkskörper befestigt waren.
Solche Aufbauten stellten Schlösser, Tempel und klassische Bauwerke dar und wurden mittels der Effekte von außen und innen illuminiert.
Neben solchen eher italienischen Aufbauten gab es auch Spezialisten in Nürnberg, die schon mit einer größeren Anzahl von Feuerwerkskörpern in engen Reihen auf einem Abbrennplatz arbeiteten.

In der Barockzeit nahmen die Anzahl und Größe von Feuerwerken zu. Für die Anfertigung solcher Feuerwerksaufbauten waren Vorbereitungszeiten von einigen Monaten nötig. Bis Ende des 18. Jahrhunderts warfen Feuerwerkskörper überwiegend nur goldene Funken aus oder brannten in orangen Farben ab.

Blütezeit

Erst im 19. Jahrhundert wurde die Pyrotechnik um die zahlreichen Farbeffekte durch die Verwendung von Magnesium und Aluminium, um die Brillanz der pyrotechnischen Sätze zu erweitern, eingesetzt.
Die ersten Bomben wurden um 1812 von der Familie Ruggerie beschrieben.
Trotz dieser Verbesserungen bestand die Höhenfeuerwerke im 18. und 19. Jahrhundert hauptsächlich aus Lichterbildern und Aufbauten, teilweise bis zu einer Größe von 150 x 25 Metern als Hauptbestandteil.
Sie stellten meist historische Ereignisse, wie z. B. Schlachtenbilder, dar.

Riesige Sonnen und Wasserfälle waren ebenfalls verbreitet.
Die Verbindung von Feuerwerk und Musik fand einen Höhepunkt bereits um 1749 anlässlich des Friedensbeschlusses. Georg Friedrich Händel komponierte dazu die bekannte „Feuerwerksmusik“. Alle bedeutenden europäischen Höfe gaben bei wichtigen Anlässen ein höfisches Fest mit Feuerwerk in Auftrag.
Eine Vielzahl von Feuerwerkskörpern, die wir auch heute noch kennen, waren schon damals im Gebrauch, so zum Beispiel Schwärmer, Kanonenschläge, Raketen, Sternbutzen ( Bomben ) , Feuerräder, Schnurraketen, Lichterbilder, bewegliche Figuren und andere.
Das Zentrum der deutschen Feuerwerkskunst war in dieser Zeit Nürnberg.

Wegen der enorm hohen Kosten begann jedoch im 18. Jahrhundert der Niedergang der „Lustfeuerwerkerei“. Die großen Feuerwerksbauten wurden durch zweidimensionale Feuerwerksbilder , die jedoch immerhin noch bis zu 80 Meter breit und 40 Meter hoch waren, ersetzt.

Für Jedermann

Im 19. Jahrhundert wurden weit weniger kostspielige Formen der Feuerwerkerei für öffentliche Parks und Vergnügungsstätten entwickelt. Darin ging es insbesondere um Geschichten, dargestellt mit Feuerwerksbildern und Feuerwerksporträts.

Mit dem Aufkommen der Gas- und elektrischen Beleuchtung verlor das Feuerwerk seine Bedeutung als Festillumination.
Die heutigen Kriterien für die Qualität eines Feuerwerkes führen weitensgehend zu Lautstärke, Höhe, Dauer und Farbe.

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